Positionen und Satzung
Wir haben unsere Ziele immer klar vor Augen!
Und damit sie auch für Außenstehende transparent sind, haben wir unsere Zielsetzungen und den Weg dorthin in folgendem Positionspapier festgehalten.
Schulzeit ist Lebenszeit
Grundpositionen des Bayerischen Elternverbandes (BEV) zur Bildung in Bayern
Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht. Es ist das Recht jedes Menschen, seine Anlagen zu entwickeln und seine Persönlichkeit zu formen. Bildung ist die gemeinsame Aufgabe von Familie und Gesellschaft. Den gesellschaftlichen Teil übernehmen Kindergärten, Schulen und die Jugendhilfe. Kinder und Jugendliche entwickeln sich am besten, wenn sich diese Institutionen an den Bedürfnissen der Familie orientieren. Der BEV setzt sich für die individuelle Förderung aller Kinder und Jugendlichen ein, unabhängig davon, welche Bildungseinrichtung sie besuchen und aus welchem Elternhaus sie kommen. Er unterstützt die Eltern dabei, ihren Kindern die besten Bildungschancen zu bieten.
Individuelle Förderung
Kinder sind nicht Mängelwesen, die durch Erziehung und Bildung den Erwartungen der Gesellschaft angepasst werden müssen, sondern Menschen mit einem Potenzial, das es zu entwickeln gilt. Individuelle Förderung konzentriert sich nicht auf die Beseitigung der Schwächen, sondern arbeitet an den Stärken. Sie vermittelt Kindern und Jugendlichen eine solide Grundbildung und die Fähigkeit, ihren Platz im Leben zu finden.
Individuell fördern bedeutet, Menschen Aufgaben zu stellen, an denen sie sich bewähren können. Dazu müssen Eltern, Lehrer und Erzieher das einzelne Kind betrachten. Getrennte Schulformen versuchen in Bayern, Kinder und Jugendliche zu lern- und leistungsgleichen Gruppen zusammenfassen. Das ist eine Illusion, denn alle Kinder sind verschieden, auch wenn sie gleich alt sind oder im Übertrittszeugnis denselben Notendurchschnitt haben. Scheinbar homogenen Gruppen schränken die Entwicklungschancen erheblich ein, weil sie Unterschiede unterdrücken, statt sie zu nutzen.
Das bayerische System kann Kinder nicht individuell fördern, weder von der finanziellen und personellen Ausstattung her noch in der gegebenen Struktur. Auch das duale System der Berufsausbildung stößt mittlerweile an seine Grenzen. Von gleichen Bildungschancen kann nicht die Rede sein.
Die Schule der Zukunft
Junge Menschen wollen sich bewähren. Erfolg motiviert zur Anstrengung, nicht die Drohung mit Misserfolg. Ein System, das Menschen mit Schwächen stets aussortiert, ist leistungsfeindlich. Der BEV fordert eine integrative Schule, in der alle Kinder und Jugendlichen bis zum Ende der Pflichtschulzeit gemeinsam und voneinander lernen, ohne Angst vor Ausgrenzung. Das ist die Schule der Zukunft.
Erste Schritte auf dem Weg zur Schule der Zukunft:
- Eltern entscheiden, wann ihr Kind schulfähig ist und welche Schulform es besucht
- mehr Mittel für Kitas, damit diese den Bildungs- und Erziehungsplan umsetzen können
- Deutschunterricht für alle, die ihn brauchen, im Kindergarten und in der Schule
- mehr Zeit für jedes Kind, d.h. mehr Lehrer, Sozialpädagogen, Schulpsychologen
- guter Unterricht, dessen Qualität geprüft wird
- pädagogisch und didaktisch besser gebildete Lehrer
- jahrgangsübergreifender Unterricht und Schulung der Lehrer für diese Unterrichtsform
- Diagnosekompetenz bei Lehrern und Erziehern
- ein persönlicher Bildungsplan für jedes Kind
- mehr Ganztagsschulen anstelle bloßer Betreuungsangebote
- Schulgebäude, in denen Kinder gern lernen und Lehrer und Angestellte gern arbeiten
- kostenlose Schulbücher und andere Lernmittel für alle
- kostenloser Schulweg für alle
- eigenverantwortliche Schulen, die über Budget und Personal selbst entscheiden
- pädagogisches „Insourcing“, d.h. die Schule lagert nicht einen Teil des Unterrichts auf Familien und Nachhilfeinstitute aus
- kein Sitzenbleiben mehr
- Lehrer fühlen sich für den Erfolg ihrer Schüler verantwortlich
- Eltern und Lehrer nehmen einander ernst
Im eigenen Interesse muss Bayern alles daran setzen, alle jungen Menschen optimal auszubilden und zu einem möglichst hohen Bildungsabschluss zu führen. Gleiche Chancen für alle und demokratische Strukturen sind in einer Gesellschaft, die sich am christlichen und humanistischen Menschenbild orientiert, selbstverständlich.
30.12.2006/uwa
Satzung des BEV